World's largest Berlin 3rd floor cemetery juxtaposition network
 
 

 

 
 
Kolumne
 
Ältere Beiträge finden Sie in unserem kostenintensiven Archiv, das spätestens vefügbar sein wird.
 
 Die Güntflut

Es ist eine alte Tradition. Die Ägypter benutzten ihre Pyramiden, Römer und Griechen taten es in Tempeln und Thermen, Bischöfe und Feldherren ließen kaum eine Gelegenheit aus und die gotischen Kathedralen sind voll davon. Mittlerweile sind wir bescheidener geworden, begnügen uns mit öffentlichen Toiletten oder Bushaltestellen, um uns im Vorübergehen unsterblich zu machen.
[weiter]

 

 Luthers Homepage

Wir wissen es heute definitiv: Luther hat seine Thesen 1517 nicht an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche genagelt. Aber er hätte sie wahrscheinlich im Internet veröffentlicht, wenn er seinerzeit die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Dort hätten sie dann auf seiner persönlichen Homepage gestanden, 95 Internetseiten im Frameset, pro Seite eine These.
[weiter]

 

 Der verknüpfte Papierkorb

Ich bin ein unordentlicher Mensch. Jeder, der mich kennt, kann das bestätigen. Es ist schwer, zu meinem Arbeitsplatz vorzudringen und ebenso schwer, ihn zu überschauen und sich wieder von ihm fortzubewegen. Aber es gibt Grenzen. Mein Papierkorb beispielsweise ist schon seit Wochen voll, aber er steht unter dem Tisch. Darauf lege ich Wert. Mein Computer sieht das anders.
[weiter]

 

 Chatroom

Es war doch immer das gleiche: trotz der späten Stunde trieb sein Pflichtgefühl ihn dazu, noch einen letzten Blick auf seine Mails zu werfen. Er haßte den Gedanken, ins Bett gegangen zu sein und etwas wichtiges übersehen zu haben. Die Gefahr, daß er dabei noch eine Mitteilung bekam, die unverzügliches Handeln erforderte, war natürlich nicht groß, dennoch konnte er es nicht lassen.
[weiter]

 

 Und es bewegt sich doch

Dinge, die mich interessieren, müssen sich nicht zwangsläufig drehen. Damit soll nicht gesagt sein, dass mich drehende Dinge nicht interessieren, aber sie interessieren mich nicht mehr als Dinge, die sich nicht drehen. Manch einen wird diese Einstellung vielleicht verwundern, sie mag unzeitgemäß erscheinen, denn die Mehrheit moderner, bildungsbeflissener Konsumenten ist da offenbar ganz anderer Meinung.
[weiter]

 

 Lesen bildet

Computer sind schnell. Das ist eine Tatsache, daran lässt sich nichts deuteln. Heute vollbringt ein handelsüblicher 4 GHz-Personalcomputer vier Milliarden Schwingungen pro Sekunde. Das Foucaultsche Pendel müsste über zehn Millionen Jahre lang schwingen, um auf die Sekundenleistung eines modernen Computers zu kommen.
[weiter]

 

 Moderne Zeiten

Können Sie noch ohne e-mail auskommen? Ich nicht.
Lange Zeit habe ich skeptisch den leidenschaftlichen Plädoyers aller Befürworter des worldwideweb zugehört, die bereit waren, ihre Oma darauf zu verwetten, daß es für die Bedürfnisse unserer schnellen Informationsgesellschaft unerläßlich sei, Datenströme unmittelbar von einer Person zur anderen fließen zu lassen auf einem Weg, der die Beständigkeit schriftlichen Austausches mit der Geschwindigkeit telephonischer Kommunikation zu verbinden vermag.
[weiter]

 

 Persönlichkeitsentfaltung im Internet

Jochen spricht nicht mehr mit Claudia. Beim gemeinsamen Chat hatten sich der Hamburger Tischler und die Gelsenkirchener Kosmetikerin kennen und schätzen gelernt und noch bis vor zwei Wochen als "Paar" bezeichnet. Aber dann war Jochen nach Gelsenkirchen gefahren, um seine virtuelle Partnerin leibhaftig zu erleben, und Claudia musste feststellen, dass der Angebetete sechs Jahre älter war als angegeben.
[weiter]